Schloss Jeutendorf

 established in 1150

 
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die geschichte jeutendorfs

 
Wahlfahrtskirche Maria Jeutendorf

Wahlfahrtskirche Maria Jeutendorf

1672 Vischer

1672 Vischer

1990 Gina Schenk-Roche

1990 Gina Schenk-Roche

Der Name Jeutendorf dürfte auf Jutta von Peilstein zurückgehen, die um 1150 dem von ihrem Gatten gestifteten Kloster Baumgartenberg hier einige Güter hinterließ.

kirche und kloster

Die Kirche und das Kloster Jeutendorf verdanken ihre Ent­stehung dem Baron Maximilian von Sala. Er entstammte einer oberitalienischen Adelsfamilie und kaufte 1676 das Schloß. Er studierte die Rechte, wurde 1691 Rector Magnificus an der Universität Wien, war Ge­sandter am Regensburger Reichstag und bekleidete von 1689 bis zu seinem Tod 1701 das Amt eines niederösterreichischen Regierungskanzlers und Hofrates. 

Das Gnadenbild der Mater Dolorosa

Seine Frau Johanna Dorothea, eine geborene Rossi, hatte ein Marienbildnis von ihrem Vater geerbt. Nun geschah es, dass die älteste Tochter Maria Anna schwer erkrankte. Da nahm Maximilian Zuflucht zu dem Bild der „Schmerzhaften Muttergottes" und fand Erhörung. 

Aus Dankbarkeit für die Genesung seines Kindes ließ er zur Verehrung des Bildes 1678 auf dem Hügel gegenüber vorn Schloß eine Kapelle errichten. Diese Ka­pelle wurde jedoch 1683 von den Türken zerstört. Das Gnadenbild hatte man allerdings rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Bereits 1686 wurde die Kapelle wieder errichtet. 

das schloss

Jenes Aussehen, das der Vischer-Stich von 1672 zeigt, erhielt es aber erst im späten 16. Jh.  1669 erwarb Johann Paul Jakob Gienger die Herrschaft. Er verkaufte sie aber bereits 1676 an Maximilian von Sala, dem Rektor der Wiener Universität und niederösterreichischen Kanzler.

1800 war Franz Anton Maria Graf Bussy-Mignot Eigentümer von Jeutendorf.  1807 kam der mit Armeelieferungen reich gewordene dalmatinische Graf Alois Geniceo in den Besitz des Gutes. Er ließ das 1809 von den Franzosen niedergebrannte Kloster wiederaufbauen und beauftragte den Architekten Josef Kornhäusel mit dem Umbau des beschädigten Renaissanceschlosses.
Außerdem erbaute Kornhäusl 1810/11 den stattlichen Meierhof.
Die Räume wurden unter der Leitung des Italieners Bellotti als Seidenfabrik eingerichtet. it.

Der Schlossherr glaubte nämlich, dass die Seidenraupenzucht – nach dem Verlust der Lombardei – ein gutes Geschäft sein müsste und ließ auf seinen Gütern zahlreiche Maulbeerbäume pflanzen. Diese und andere Spekulationen des Grafen gingen jedoch nicht auf und er verlor sein Vermögen.

Die Herrschaft Jeutendorf wurde 1829 versteigert. Käufer war Nikolaus II Fürst Esterházy. Ihm folgten Cäsar Marquis von Bocello und 1835 James de Joungh. Letzterer verkaufte die Parkettböden des Neuschlosses, das seine Witwe abbrechen ließ. Es ist heute bis auf die Grundmauern verschwunden. Die nächsten Besitzer waren wieder die Grafen Bussy-Mignot. Durch Heirat gelangte Jeutendorf im späten 19. Jh. an den Freiherrn Franz von Beulwitz. Über die Familie Kostria kam die Herrschaft 1918 an Johann Rys, dessen Nachkommen das Schloss auch heute noch besitzen. Nach der 1945 in Niederösterreich üblichen Plünderung und Devastierung konnte das Gebäude innen und außen vorbildlich wiederhergestellt werden.